28 Jun 2019

BY: NHP

Methoden

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Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN)

Der Begriff Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN), oft auch alternativ als Traditionelle Europäische Medizin (TEM) bekannt, bezeichnet das naturheilkundliche Medizinsystem, aus welchem sich vor über 2000 Jahren das System der westlichen Medizin entwickelt hat.

Gerade heute suchen immer mehr Menschen Alternativen zur herkömmlichen Schulmedizin. Hierbei werden oft auch Mischformen bevorzugt, wo schulmedizinische Behandlungen von alternativen Methoden unterstützt werden.

Grundprinzip der TEN

Die TEN geht von bestimmten Prinzipien der Natur aus, die auch im Menschen wirken. Dies beinhaltet vor allem die Überzeugung, dass das Leben generell in Zyklen abläuft und dass man dementsprechend das gesamte Panorama betrachten muss und nicht nur einzelne Symptome behandeln sollte.

Wenn man der tatsächlichen Wurzel des Übels nicht auf die Spur kommt, nützt das therapieren der Symptome herzlich wenig. Deshalb wird der Patient in der TEN stets ganzheitlich betrachtet – in allen seinen Facetten und Ebenen.

Im Vordergrund stets die Aktivierung der Selbstheilungsressourcen des menschlichen Körpers.

Die TEN definiert sich somit weniger durch die angewandten Methoden, als vielmehr durch das zugrundeliegende Denkmodell.

Die TEN folgt logisch nachvollziehbare Gesetzmäßigkeiten und ist somit lehr- und lernbar. Sie ist ein eigenständiges wissenschaftliches Medizinsystem – seriös und erprobt.

Das Denk- und Arbeitsmodell der TEN hat folgende Grundlagen:

  • Akzeptanz der Gesetze der Natur
  • Funktionsorientierung
  • Systemischer Ansatz
  • Humoralmedizinische Basis
  • Konstitutionslehre
  • Systemkonsistente Diagnostik
  • Therapie mit naturgemäßen Mitteln und Verfahren

Funktionsorientierung

In jedem lebendigen Organismus laufen ununterbrochen Prozesse ab: Muskeln ziehen sich zusammen oder entspannen sich, Zellen sterben ab und werden erneuert, Nahrungsmittel verdaut, Giftstoffe ausgeschieden, Nerven angeregt, Impulse ausgelöst, etc.

All diese Prozesse werden in der TEN Funktionen genannt. Demgemäß gilt in der TEN folgender Lehrsatz:

„Die Organe sind die Werkzeuge zur Realisierung von Lebensfunktionen. Jedes der Organe ermöglicht bestimmte Funktionalitäten, die für das Leben des Gesamtorganismus erforderlich sind. Dieser kann nur gesund sein, wenn die einzelnen Organe – angepasst an die wechselnden äußerlichen und innerlichen Bedingungen – ihre spezifischen Funktionen erfüllen können. Krankheitssymptome sind in erster Linie Merkmale für Störungen in der Funktionalität.“[1]

Systemisches Denken

Die TEN fasst den menschlichen Organismus als ‘offenes System’ auf, was bedeutet, dass er in einer ununterbrochenen Wechselbeziehung mit anderen Systemen (z.B. Natur, Umwelt) steht. Er ist somit Teil eines größeren Ganzen und kann und darf nicht isoliert betrachtet werden.

Dieser Logik folgend werden Krankheiten und Beschwerden nicht als isoliertes Ereignis betrachtet. Vielmehr betreffen Krankheiten den gesamten Organismus – und zwar sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene.

Elemente und Elementarqualitäten

Die antike Naturlehre bezeichnete vier Elemente: Luft, Wasser, Feuer und Erde. Diese Elemente wiederum stellen in definierten Kombinationen die vier Elementarqualitäten dar:

  • Wärme
    Nicht-materielles, energetisch-informatives Prinzip
  • Kälte
    Defizit an Wärme, oder auch eigene Qualität (z.B. klimatische Kälte)
  • Feuchtigkeit
    Materielles Prinzip, Voraussetzung für Aufbau organischer Strukturen
  • Trockenheit
    Defizit an Feuchtigkeit, oder auch eigene Qualität (z.B. Wüstenklima)

Vier-Säfte-Lehre (Humoralmedizin)

Die Vier-Säfte-Lehre ist ein definierendes Kernelement der TEN.

Die Kardinalsäfte sind Wirkprinzipien (keine Körperflüssigkeiten). Sie haben spezifische Eigenschaften und wirken direkt auf die organischen Strukturen und deren Funktionalität.

  • Sanguis
  • Phlegma
  • Cholera (Bilis, Gelbgalle)
  • Melancholera (Schwarzgalle)

Temperamenten-Lehre

Aus der obengenannten Humorallehre leitet sich direkt die Temperamentenlehre ab. Denn das Temperament eines Menschen wird durch die Dominanz eines der vier Kardinalsäfte, was in den heute noch üblichen Bezeichnungen erkennbar wird:

  • Sanguiniker
  • Phlegmatiker
  • Choleriker
  • Melancholiker

Konstitutionslehre

Jede Person reagiert unterschiedlich auf Umweltreize. Diese Tatsache wird unter dem Begriff ‘Konstitution’ zusammengefasst. Die konstitutionellen Bedingungen eines Menschen können einerseits genetischen Ursprungs sein, andererseits jedoch auch durch epigenetische Veränderungen hervorgerufen werden, weswegen die Konstitution therapeutisch beeinflussbar ist.

Therapie in der TEN

Die TEN hat ein großes Spektrum an unterschiedlicher Behandlungsmethoden:

  • Diätetik
  • Heilpflanzenkunde
  • Behandlung mit potenzierten Mineralien, Metallen, Tierprodukten und -giften, Nosoden
  • Spagyrik
  • Schüßler’sche Biochemie
  • Ab- und Ausleitungsverfahren (Trockenes und blutiges Schröpfen, Baunscheidtverfahren, Blutegel, Entgiftungskuren, Fastenkuren etc.)
  • Kneipp-Verfahren (Hydrotherapie), Wickel
  • Physikalische Therapie (Licht, Luft, Wärme, Kälte…)
  • verschiedene manuelle Therapien, Reflexzonentherapie

Welche Therapieformen haben Sie schon ausprobiert? Was hat Ihnen geholfen und bei welchen Beschwerden? Lassen Sie uns an Ihren Erlebnissen mit der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde teilhaben.

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